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by Walter Krivanek

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Link-Kultur

Dies ist mein Beitrag zur Blog-Parade von BLÖGGER zum Thema „Link-Kultur” und der Frage, warum es immer weniger Verlinkungen unter Bloggern gibt.

Blogparade Linkkultur

Eines voran: Ich höre diese These zum ersten Mal und hätte mir – wenn wir schon beim Thema sind – im Ausgangsartikel durchaus Links zu Beiträgen und Statistiken gewünscht, die diese untermauern können. Rein subjektiv kann ich nämlich nicht bestätigen, dass die Kultur des Verlinkens unter Bloggern abgenommen hat, vielmehr hat sich die Kultur des Bloggens selbst verändert.

Früher war das Blog zentraler Knotenpunkt seines Autors. Alles was gefiel (oder eben nicht) wurde von ihm darauf veröffentlicht, verbreitet oder kommentiert. Umgekehrt war es auch die einzige Anlaufstelle für interessierte Leser. Auftritt Microblogging. Plattformen wie Twitter und Facebook sowie Tumblelogs à la Soup, Posterous oder Tumblr haben zu einer Dezentralisierung des Informationsflusses zwischen Autor und Leserschaft geführt. Das Blog stellt nun nicht mehr den einzigen Kommunikationskanal des Autors dar, sondern einen von mehreren. Vielen Themen, vor allem wenn es um die Verbreitung von Fremd-Information geht, werden keine klassischen Blogartikel mehr gewidmet, sondern – im Fall von Twitter – „nur noch” 140 Zeichen – inklusive Links. Umgekehrt bedeutet dies für Interessierte, dass sie den Aussagen des Autors nun über mehrere Wege lauschen können.

Die Quantität der Beiträge in vielen Blogs ist meinem Eindruck nach dadurch tatsächlich gesunken. Diese Schlankheitskur hat allerdings bei einer Vielzahl meiner abonnierten Blogs zu einer Qualitätssteigerung geführt. Wenn schon gebloggt wird, dann richtig. Und dabei wäre mir eine Verlinkungsfaulheit nicht aufgefallen, sogar eher das Gegenteil.

Warum aber überhaupt die Sorge um zu wenig Verlinkungen?

Links sind die Synapsen des Webs

Kommt ein Mensch auf die Welt, so fasst sein Gehirn zwar Unmengen von Neuronen, allerdings gibt es noch kaum Verbindungen, also Synapsen, zwischen ihnen. Bei jeder neuen Erfahrung, jeder neuen Erkenntnis werden frische Synapsen gebildet, bis man als Erwachsener ungefähr 100 Billionen (!) sein eigen nennen darf.

Nichts anderes sind Hyperlinks. Sie verbinden Wissen, Erfahrungen, Erkenntnisse, bieten weiterführende Daten, Erklärungen, Informationsquellen und lassen Zusammenhänge erkennen. Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit war so viel Wissen so vielen Menschen zugänglich.

WolframAlpha schätzt, dass das World Wide Web im April letzten Jahres über 230 Millionen Websites umfasste. Ohne Verbindungen zwischen ihnen wäre jede einzelne wertlos.

Synapsen
Bild: (cc) by-nc flickr/razorsmile

Update:

Hier sind die gesammelten Beiträge der Blog-Parade:

Es regnet Karotten

Während Flashmobs gruppendynamische Sinnfreiheit zelebrieren, versucht Carrotmob die Macht der Masse für etwas nachhaltigere Ziele einzusetzen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Dem Unternehmen, das den besten Beitrag zum Schutz der Umwelt – Stichwort Globale Erwärmung – leisten will, wird eine Belohnung in Form von organisierten Masseneinkäufen in Aussicht gestellt. Man versucht also, den Industrie-Esel mit einer dicken, saftigen Karotte in eine gewisse Richtung zu locken. Das Video zeigt, dass dies in kleinem Rahmen schaffbar ist. Carrotmob verspricht auch ambitioniertere Ziele.

Globale Erwärmung? Gibt es das überhaupt? Und sind wir Menschen daran schuld? Mit diesen Fragen hat sich auch ein Lehrer aus Oregon, USA befasst und eine logische, rationale Antwort gefunden:


(Via Helge)

Beide Videos sind schöne Beispiele, wie man das Web für sinnvolle Zwecke nutzen kann und ohne viel Aufwand eine breite Masse für sich gewinnen kann.