CERN wird 55
Heute vor 55 Jahren wurde die Gründung des „Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire” abgeschlossen und obwohl man es in diesem Prozess gleich in „European Organization for Nuclear Research” umtaufte, wurde die bereits etablierte Abkürzung CERN behalten.
Und heute vor einem Jahr hatte ich die Möglichkeit eines Rundgangs durch diese großartige Forschungseinrichtung bei Genf. Hier ein paar Eindrücke davon. Alles Gute zum Geburtstag CERN!
Beschleunigte Teilchen
Der Large Hadron Collider (LHC) war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich, immerhin konnte ich mir aber unter anderem den Low Energy Ion Ring (LEIR) ansehen. Dieser ist die erste Station in einer Kette von Teilchenbeschleunigern an deren Ende bei richtiger Weichenstellung der LHC steht, wo die Partikel dann mit annähernder Lichtgeschwindigkeit ihre Runden drehen, nur um dann aufeinanderzuprallen und Wissenschaftlerherzen höher schlagen zu lassen.
Und wo Forscher auf die noch fehlenden Seiten vom Bauplan des Universums hoffen, sehen Pessimisten an allen Ecken erdverschlingende schwarze Löcher. „Alles Unfug.”, versicherte man uns, „Die Prozesse, die im LHC herbeigeführt werden, kommen in der Natur ständig vor.” Und wer sich immer noch nicht sicher fühlt, kann ja immer wieder einen Blick auf HasTheLargeHadronColliderDestroyedTheWorldYet.com werfen. ;-)
Where the Web was born
Und was wäre ein CERN-Besuch ohne einen kurzen Blick in die Ausstellungsräume zu riskieren, wo der Computer zur Schau gestellt wird, der die Welt verändern sollte. Richtig, die Rede ist vom NeXTcube-Rechner von Tim Berners-Lee, der darauf einfach so das World Wide Web erfunden hat (bitte nicht zu verwechseln mit dem Internet). Auf der Tastatur liegend sieht man auch seine Arbeit über „Information Management”, die dazu den Grundstein gelegt hat. Gut sichtbar ist darauf auch die Anmerkung seines Chefs „Vague but exciting…”, die quasi grünes Licht für die Weiterentwicklung bedeutete. Der Rest ist Geschichte.




